Pressemitteilung - PRO FAUNA

Präriehunde sind in Nordamerika lebende, mit den europäischen Murmeltieren verwandte Nagetiere, die bis 30 cm lang und 1,5 kg schwer werden können. Zu dem Namenszusatz "-hund" kamen sie nur, weil sie, besonders in Gefahrensituationen, Laute von sich geben, die an Hundegebell erinnern. Präriehunde sind tagaktiv, ausschließlich bodenbewohnend und leben gesellig in selbst gegrabenen Erdbauten. Trotz ihrer Lebensweise in großen Kolonien, die sich in Familien aufgliedern, können sie sehr streitlustig sein. Im Fall des Falles beißen sie kräftig zu. Zu den Gebissenen zählen inzwischen auch viele Menschen, die meinten, sich solche Wildtiere unbedingt ins Haus holen zu müssen.

 

Im Jahr 2003 infizierten sich in den USA mindestens 87 Menschen mit Affenpocken. Diese Viruserkrankung heißt so, weil sie 1959 erstmals bei Affen festgestellt wurde. Auf den Menschen übertragen wird sie aber in erster Linie durch Nagetiere, die ihre Halter beißen oder kratzen. Ein wirksames Medikament gegen Affenpocken gibt es noch nicht, die Todesrate erkrankter Menschen wird vom Deutschen Grünen Kreuz mit 1 - 10 Prozent angegeben. Im Juni 2003 verbot die Europäische Union den Import von Präriehunden. Die in Deutschland verkauften Tiere stammen vorwiegend aus Inlandszucht, weshalb zwar den Haltern keine Virusinfektion, den Tieren aber ein elendes Dasein droht. "In die Wohnung gehört ein Präriehund nicht, da er dort kein einziges Bedürfnis seiner Lebensweise befriedigen kann", fasst Dr. Waltraut Zimmermann, Kuratorin im Zoo Köln, zusammen.

 

Den Käufern von Präriehunden wird meist verschwiegen, dass sie mit der Haltung dieser Tiere in der Wohnung gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und riskieren, mit Geldbußen bis zu 25.000 Euro bestraft zu werden. "Wer sich für Präriehunde interessiert", so der PRO-FAUNA-Vorsitzende Wolfgang Heymel, "sollte nicht zum Tierhändler gehen, sondern in den Zoo."

 

In folgenden Zoos und Tierparks werden Präriehunde gehalten: Aachen, Berlin-Friedrichsfelde, Dessau, Dresden, Halberstadt, Halle, Hamburg, Hannover, Jaderberg, Köln, München, Nordhorn, Nürnberg, Perleberg, Rheine.

 

Quelle: http://www.profauna-aktion.de 

Bedenkzeit vor der Anschaffung



Da Präriehunde nun mal Nagetiere sind, ist vor ihren Zähnen eigentlich nichts sicher. In kürzester Zeit haben sie Kabel durchgeknabbert, Möbel angenagt oder einfach alles was ihnen so gerade in Reichweite kommt. Abgesehen, daß es für einige Halter dann ärgerlich ist, so ist es auch für die PD’s nicht ungefährlich. Verletzungen der kleinen Racker sind da leider nicht auszuschliessen. Das Schlimmste allerdings ist, daß es auch manchmal zu Todesfällen kommt. Sei es durch angeknabberte Kabel oder schlimme Stürze, was es leider alles schon gegeben hat.

Es ist schön ein Haustier zu haben und auch wir finden, daß es gut tut sich mit Tieren zu umgeben. Aber warum muß es unbedingt ein exotisches Wildtier sind ?  Wer sich ein Haustier anschaffen möchte, macht das ja eigentlich weil er tierlieb ist. Aber ist das wirklich noch Tierliebe, wenn man Wildtiere zu einem traurigen Dasein verdammt, nur weil man etwas Besonderes haben will ? Es gibt soviele arme einsame Haustiere in Tierheimen, die auf ein neues nettes Zuhause hoffen. Sollte man da nicht lieber diesen armen Kreaturen helfen anstatt wildlebenden Tieren, die nicht für ein Leben in der Wohnung geboren wurden, ein Leben gegen ihre Natur und ihre Bedürfnisse aufzuzwingen ?

Denn ein Wildtier wird nicht automatisch zum Haustier nur weil man es in einen Käfig steckt.

Ganz im Gegenteil. Diese Tiere leiden ein Leben lang unter ihrer Gefangenschaft in einer für sie unnatürlichen Umgebung.

Schlußwort

 

Schlußwort

Zum Schluß möchten wir noch ausdrücklich darauf hinweisen, daß wir mit unserer Seite niemanden angreifen oder beleidigen wollen. Wir vertreten nur eine andere Meinung und zwar die, daß Wildtiere, egal welcher Art und Größe, einfach nicht zum Haustier geboren sind. Wir Menschen sollten uns überlegen, ob wir unsere Macht des Stärkeren wirklich so egoistisch auf Kosten anderer Lebewesen ausleben müssen.

Es sind ja nicht nur die Präriehunde, die als Haustier mißbraucht werden. Mit Nasenbären, Wickelbären, Stinktieren und noch vielen anderen Wildtieren wird ja auch so umgegangen. Ihr Problem ist es, daß sie niedlich anzusehen und relativ klein sind. So werden sie aus Profitgier der Verkäufer und der Unwissenheit des Käufers zu einem trostlosen Leben in Gefangenschaft verdammt.

Weil diese Tiere nun mal so niedlich sind, passiert es uns Menschen schnell, daß wir hingerissen sind und ohne nachzudenken ein solches Tier mit nach Hause nehmen. Deshalb möchten wir jeden bitten, bevor er sich dazu entschließt Präriehunde oder andere exotische Tiere zu kaufen, sich vorher wirklich genau über diese Tiere und deren Lebensweise zu informieren.

Ein Tierfreund sollte immer zuerst an das Tier denken und dann an sich selbst.

Paarungszeit

 

In der Paarungszeit sind die Männchen meist sehr aggressiv und lassen niemanden in die Nähe der Weibchen. Diese Aggressionen entstehen durch die Hormonveränderung der Tiere. Die Hoden der männlichen Tiere schwellen groß an und sind auch nur in dieser Zeit zu sehen. Ansonsten liegen die Hoden tief in der Bauchhöhle und sind nicht sichtbar.

Hier in unseren klimatischen Verhältnissen beginnt die „rut“ oft schon im Herbst und kann bis zum Frühling andauern. Mitunter dauert diese Phase 6-7 Monate an. Für die Tiere ist diese Zeit mit sehr großem Stress verbunden. Besonders, da sie hier meist in der Innenhaltung leben müssen und so kaum Rückzugsmöglichkeiten haben. Das verläuft in einem Aussengehege wesentlich einfacher. Dort können die Tiere sich besser aus dem Weg gehen und sie haben weiter ihren gewohnten und nötigen Auslauf. Denn in ihrer ursprünglichen Heimat, z.B. die Prärielandschaften in Amerika, können sich Präriehunde in der „rut“ problemlos aus dem Weg gehen und nach der Paarungszeit wieder ein friedliches Leben miteinander führen. Denn in der Zeit ausserhalb der „rut“ leben sie freundschaftlich in großen Kolonien zusammen. Präriehunde sind in ihrer Lebensweise überaus sozial untereinander. Dieses soziale Miteinander bricht nur in der Zeit der Paarung komplett zusammen. Danach läuft alles wieder freundlich und harmonisch zwischen den einzelnen Präriehunde-Familien.

Besonders für die Weibchen ist die „rut“ im Käfig eine schwere Zeit. Da die Männchen es nicht zulassen, daß man an die Weibchen ran kommt. Sie jagen ihre Weibchen sofort ins Nest, sobald sich ein Mensch dem Käfig nähert. Dadurch kann man den Tieren auch für lange Zeit den Freilauf in der Wohnung fast gar nicht gewähren. Die Männchen greifen einen sofort an und lassen es auch nicht zu, daß die Weibchen in unsere Nähe kommen. Darunter leiden die Weibchen natürlich sehr. Es ist dann verdammt schwer zumindest die weiblichen Präriehunde herum laufen zu lassen. Unserer Meinung nach leiden sie gewaltig darunter.

Auch die Käfigreinigung wird in dieser Zeit echt schwierig. Man wird ja sofort gebissen, sobald man den Käfig nur berührt. Aber das Einstreu muß ja nun mal gewechselt werden. Schon aus hygienischen und für die Tiere gesundheitlichen Gründen. Also werden die armen Racker einem noch größeren Stress ausgesetzt, weil der Käfig auf irgendeine Weise sauber gemacht werden muss. Wir wollen jetzt nicht näher darauf eingehen, wie so manche Halter dies dann bewerkstelligen. Auf jeden Fall werden die Präriehunde da von einigen Besitzern durch deren Handeln noch mehr verstört und gestresst. Begründet durch die Angst vor schmerzhaften und schlimmen Bissverletzungen, die ein Präriehund einem ohne weiteres zufügen kann. Für so ein kleines Präriehundeherz ist das schon heftig belastend und höchst ungesund.

Wir haben das ja alles schon miterlebt und können uns deshalb eine Meinung darüber erlauben. Den Kontrast zwischen Innenhaltung und Aussenhaltung haben wir ja gehabt und können beurteilen, welche die durchaus stressfreiere und gesündere Art für die Tiere ist. In der „rut“ sind Präriehunde nur hormongesteuert und erkennen selbst ihren Halter, mit dem sie vorher „geschmust“ haben nicht mehr. Mal ganz ehrlich, ist das nicht der Beweis dafür, daß ein Wildtier nicht zum Haustier geeignet ist. Denn besonders in dieser Zeit ist ihr Verhalten das eines wilden Tieres. Selbst die Nachzuchten, die aus einer Wohnungshaltung entstehen, sind dadurch noch keine Haustiere. Sie tragen die gleichen Erbanlagen in sich, wie ihre aus der Wildnis gefangenen Vorfahren. Auch sie unterliegen ihrer Natur, die Tunnel graben und Höhlen bauen für sie vorgesehen hat. Ihr Körper braucht auch die Sonne, das Tageslicht und die frische Luft.  Und sie erleben auch die hormonellen Veränderungen in der „rut“. Sie sind unserer Meinung nach immer noch Wildtiere. Allerdings arme Wildtiere, die in Gefangenschaft geboren wurden.